*Logik der vorteilhaften strategischen Entscheidung*
Ein Beitrag von Dr. Andreas M. Kipp, CEO der KF2Strategy GmbH (Short Version) - 22.05.2026
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Wer Verantwortung übernimmt, braucht einen guten Plan, die Fähigkeiten und Ressourcen zur Umsetzung, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Die Verantwortung kann sich auf Subjekte oder Objekte in der Wirtschaft, Politik, Sport oder der Gesellschaft etc. beziehen.
Oft wird dabei von der notwendigen Strategie gesprochen, also einem Plan, der unter Ressourcenpräferenz mit dem richtigen Timing ein definiertes Ziel erreichen soll. Falsches Timing kann dabei zu einem „Pitfall“ und die Erreichung der Ziele und Umsetzung von Inhalten -beziehungsweise ein wohl definierter Umsetzungsprozess - vereitelt werden.
In einer strukturierten und logischen Herangehensweise ist deshalb folgendes bei einem guten Plan zu beachten: Klare Zieldefinition und passender Umsetzungsprozess sind notwendige Voraussetzungen für Erfolg. Ohne diese Grundsteine lohnt es sich nicht von Strategie zu sprechen.
In der Natur der Sache liegt es, dass ein „guter“ Plan oder eine „gute“ Strategie eines Individuums oder Spielers - in Anlehnung an die wissenschaftliche Disziplin der Spieltheorie - immer die Haltung, potenziellen Maßnahmen oder Gegenmaßnahmen sämtlicher anderer Individuen oder Spieler berücksichtigt, die durch diese Strategie beeinflusst werden beziehungsweise beeinflusst werden könnten. Das kann zu Hindernissen oder Barrieren führen, die eine Umsetzung der Strategie verzögern, den Ressourceneinsatz erhöhen oder im schlimmsten Fall verhindern.
Dabei stellt sich grundsätzlich die Frage : „Wohin soll die Reise gehen ?“ oder anders formuliert „Was ist das Ziel ?“ und die Formulierung des Ziels oder die Zieldefinition sollte die Frage beantworten können „Warum wollen wir / will ich dieses Ziel erreichen“. Im strategischen Kontext spricht man hier vom "Purpose“ oder dem Zweck, warum dieses Ziel erreicht werden sollte. Bei der Zieldefinition und deren Überprüfung auf Sinnhaftigkeit wird also hinterfragt „warum“. Das hat zur Folge, dass bereits am Anfang eines Strategieentwurfs eine sinnvolle Begründung für ein erdachtes oder gewünschtes Ziel erfolgen muss, wenn ein langfristiger und nachhaltiger Erfolg dadurch erreicht werden soll.
Die Grundform strategischer Überlegungen ist existentieller Natur und stellt Fragen, wie "etwas wollen" oder "etwas nicht wollen“, "handeln" oder "nicht handeln“ oder ganz einfach "ja" oder "nein“. Bei komplexen Fragestellungen und Themen ist das einfacher gesagt als getan.
Unterstellen wir die Tatsache, dass nichts oder niemand alleine auf der Welt existiert, ergibt sich ein zweckmäßiger Ausgangspunkt strategischen Denkens durch ein einfaches Schema. Es existiert ein Individuum und ein „Rest der Welt ohne dieses Individuum“ - vereinfacht durch ein weiteres Individuum dargestellt, die jeweils zwei Optionen beziehungsweise Handlungsoptionen innerhalb eines gegebenen Setups oder Systems haben und sich nun die grundsätzliche Frage stellt, welche Option jeweils gewählt werden sollte, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
In Anlehnung an die wissenschaftliche Disziplin der Spieltheorie bezeichnen wir die beiden Parteien als Spieler oder Player, die sich in einem gemeinsamen Spiel oder Game befinden und aufgrund Ihrer strategischen Überlegungen und Handlungen daran interessiert sind, das jeweils beste Spielergebnis zu erzielen. Zunächst ist also das Spiel mit Spielzweck, Ziel, Spielregeln und dessen Teilnehmer zu definieren. Für strategische Überlegungen ist es darüber hinaus essentiell zu wissen, ob es sich um ein einmaliges oder ein sich wiederholendes Spiel handelt und darüber hinaus, ob ein Spielende bekannt ist.
Wir definieren ein Spiel bei dem zwei Parteien (Player X und Player Y) jeweils zwei strategische Optionen haben, nämlich die Entscheidung ob sie
"etwas wollen" : Yes (Y)
oder
"etwas nicht wollen" : No (N).
Das ergibt vier mögliche Kombinationen, welche für jeden Spieler mit einem Nutzen (Utility) verbunden sind. Ziel und Spielzweck ist die Erzielung eines maximalen Nutzens für den jeweiligen Spieler. Die zu wählende Spielstrategie ist dabei eine rationale Entscheidung zur Erzielung des maximalen Nutzens für jeden Player.
Der Nutzen für Spieler X wird dabei durch UX, für Spieler Y mit UY bezeichnet. Der jeweilige Nutzen für den einzelnen Player erfolgt in Abhängigkeit der spielstrategischen Kombination. Das erste Buchstabe in der Klammer steht für die Strategie von Player X, der zweite Buchstabe für die Strategie von Player Y.

Typischerweise bedeutet das „Abweichen“ eines Players, der sich für die Strategie NO entscheidet, einen Zusatznutzen auf Kosten des anderen Players mit Strategie YES, der mehr an Nutzen verliert als der andere Player mit Strategie NO dazugewinnt. Wir nehmen ohne Beschränkung der Allgemeinheit zunächst an, dass Player X sich für Strategie NO entscheidet, während Player Y die Strategie YES wählt.
Das bedeutet formal für Player X und für Player Y in der Konstellation NO-YES (NY) :
UX(NY) - UX(YY) < UY(YY) – UY(NY)
Würde umgekehrt nur Player Y abweichen, ergäbe das die Konstellation YES-NO (YN) :
UY(YN) - UY(YY) < UX(YY) – UX(YN).
Nun stellen sich zentrale Fragen für die spätere Beschreibung zutreffender „Real World Situations“ :
Ist es beim Abweichen eines Players vorteilhafter, wenn der andere Player auch abweicht oder nicht ?
Und wenn ja, gilt das immer oder kommt es darauf an ?
Ist es gegebenenfalls nicht manchmal besser bei einem „Ja“ zu bleiben, selbst wenn der andere Spieler „Nein“ sagt ?
Wir realitätsnah ist der Nutzen der Spieler definiert ?
Gibt es neben determinierbaren, messbaren Ergebnissen auch einen anderen langfristigeren Nutzengewinn ?
Bei einer einmaligen Entscheidung beziehungsweise eines einmaligen Spiels ist es vermutlich eher wahrscheinlich, dass es den größten Nutzen bringt, ebenfalls abzuweichen, vgl. Gefangenendilemma. Das gilt dagegen möglicherweise nicht unbedingt, wenn das Spiel wiederholt wird und das Spielende nicht bekannt ist.
Die Erkenntnisse und Resultate der wissenschaftlichen Disziplin der Spieltheorie - der kooperativen bzw. nicht-kooperativen Spieltheorie, insbesondere die Resultate und Ergebnisse des Mathematikers und Wirtschaftsnobelpreisträgers John Forbes Nash Jr. und anderer herausragender Persönlichkeiten in diesem Bereich stellen dabei die wissenschaftliche Grundlage für unsere Anwendungen und Applikationen auf relevante „Real World Situations“ dar.
Das Potenzial vorteilhafter strategischer Entscheidungen lässt sich mit gut verständlichen Schemata erfassen und mit einer klaren und bestechenden Logik nachweisen.